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Anforderungssammlung und -strukturierung für ein Kommunikations- bzw. 
Meinungsbildungskonzept
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Benutzer / Betroffene
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  intern
    - Mitglieder, Mitarbeiter
  netzwerknah
    - Sympathisanten, Partner-Organisationen
  extern
    - Zielgruppe, Gegner, Staat
          -> P00010000 : Angriffe, Ausschnüffeln, Verbot der Kommunikation möglich
  Querschnitt (spezielle Ausprägungen der Stakeholders)
    - Know-How 
      - bei Anwendung der Kommunikation
          -> P00020000 : unerfahrene User scheuen sich vielleicht vor zu komplexen Lösungen
      - inhaltlich bei Diskussion
          -> P00030000 : Manche Teilnehmer könnten andere durch ihre "Schlauheit" 
              einschüchtern bzw. blindes Vertrauen auf sich und Passivität bei den anderen 
              schüren.
    - Behinderung
          -> P00040000 : Behindertengerechte Bedienung gefragt
    - Bildungsgrad
          -> P00050000 : einfache Bedienung für Leute aus bildungsfernen Schichten -> ggf. 
                  Videos
    - Sprachkenntnisse
          -> P00060000 : ggf. Mehrsprachigkeit berücksichtigen (auch für internationale 
                  Verbreitung)
    - versch. menschl. Charaktere -> Kollision möglich
        Dominanz / Schüchternheit
          -> P00070000 : Besonders bei Face-to-Face-Kommunikation problematisch
        Fleiß / Faulheit
          -> P00080000 : Zu komplexe Bedienung schreckt ab
          -> P00090000 : Trägt sich die Kommunikation auch im Kreise von faulen Menschen ?
        Neugier / Desinteresse
        Fürsorglichkeit / Egoismus
          -> P00100000 : Sind neue Leute auf Hilfe anderer angewiesen ?
          -> P00110000 : Kann durch Fürsorglichkeit beim Thema "Kommunikation" auch 
                      die Freiheit verloren gehen ? 
        Aggressivität / Friedfertigkeit
          -> siehe Dominanz / Schüchternheit
        Emotionalität / Nüchternheit
          -> P00120000 : Streit fast vorprogrammiert -> Schlichtungsstelle ?
        Ehrlichkeit / Verlogenheit
          -> P00130000 : Wie glaubwürdig sind Infos, die kommuniziert werden ?
        Verschwiegenheit / Redseligkeit
        Robustheit / Sensibilität
        Humor / Ernsthaftigkeit
        Gelassenheit / Hektik
        Toleranz / Intoleranz bzw. Rassismus
        Mut  / Angst
        Übermut / Übervorsicht
        Geiz / Großzügigkeit
        Naivität / Zynismus
        Optimismus / Pessimismus
        Ehrgeiz / Passivität
        Ordnung bzw. Disziplin / Unordnung
        Kreativität / Unkreativität
    - Religion
    - Bekanntheitsgrad
    - Begüterung
    - Beruf
    - Zeitkontingent
    - Alter
  
Benutzer / Betroffene als Anforderungsquelle
  - persönl. Ziele + Anforderungen (ideolog., (macht-)polit, ökonom., etc.)
  - allg. nicht explizit aufgeführte Erwartungen (eigene, von Gesellschaft, 
    etc.)
  - zusätzliche "Bonbons" für Motivation / Begeisterung
Stakeholders als Anforderungsziel 
  - Anforderungen der Kommunikation an den Benutzer
  - Anforderungen anderer Benutzer an den Benutzer
 
 
Schnittstelle (zwischen Benutzer und restlichen Benutzern)
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Arten der Schnittstellen
  Beschaffenheit des Mediums :
    mündlich (Debatte mit Blickkontakt ohne Hilfsmittel, Telefon-
      Konferenz)
    Online (Foren, Email, Videokonferenz, ...)
    ...
  
  Anzahl der Sender / Empfänger :
    1 zu n (1 Teilnehmer kommuniziert zu n anderen Teilnehmern)
    n zu 1 (ein oder mehrere Teilnehmer kommunizieren mit einem 
      Teilnehmer) 
    n zu n (beides gleichzeitig)
  
Art der übertragenen Nachrichten / Informationen
  Argument
  Info
  Termin
  (Teil-)Konzept
  Abstimmung
  persönl. Daten
Antrieb / Motivation / Auslöser des Austausches
Schnittstelle als Anforderungsquelle
  - Was muß zur Verfügung gestellt werden ?
  - Wie häufig muß Interface bedient werden ?
  - Wie hoch ist die Abhängigkeit vom Übertragungsmedium ? 
  - Wie stark muß geschützt werden ?
  - Wer kümmert sich um Regelmäßigkeit der Kommunikation ?
  ...
Schnittstelle als Anforderungsziel
  - nicht zu komplex
  - allseits akzeptabel
  - Belastbarkeit
  ...
 
Funktionalität (Was muß das Kommunikationssystem funktional leisten?)
---------------------------------------------------------------------------Klärungsbedarf!
Kategorien von Funktionalität :
  - Erreichen von Kommunikationszielen der Benutzer
    -> auch mögliche zukünftige Herausforderungen berücksichtigen
  - Aufrechterhaltung der Kommunikation (Management, Pflege)
    - inhaltliche Ressourcen (siehe "Art der übertragenen Nachrichten / 
      Informationen")
    - materielle Ressourcen
      - Finanzen
        - Miete von Versammlungsräumen
        - Kosten für Strom
        - Kosten für Webressourcen
      - (techn.) Equipment
    - personelle Ressourcen
      - Wartungspersonal
      - Koordination
      - Weiterentwicklung
    - (Orga)-Struktur
      - personelle Besetzung
      - Change-Prozesse
  
(Querschnittliche) Anforderungen / Eigenschaften (als zweite Dimension 
  für die meisten anderen konkreten / abstrakten Anforderungen zu verstehen)
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  - Charakter von Anforderungen :
    - extern / intern
    - direkt (explizit) / indirekt (implizit + Ableitung von übergeordneter 
      Ebene)
    - funktional / nicht-funktional
  - Effizienz
    - Ziele erreichen
      - Zielstrebigkeit
      - Systematik
      - Fokussierung / Priorisierung
      - gute Koordination
    - Resourcen (Sparsamkeit)
      - Arbeitsteilung vs. Universalität
      - Wiederverwendung
      - Automatisierung (außerdem weniger fehleranfällig)
    - Schnelligkeit / Durchsatz
      - alle Prozesse (Entscheidungen / Änderungen / Regelungen)
      - eine Art "Rückenmark" anlegen (Was macht man, wenn welche            
        Situation auftritt ? -> vorher demokratisch festgelegte Schwarm-         
        Intelligenz oder Regeln für Notfall)
  - Flexibilität / Anpassungsfähigkeit
    - Skalierbarkeit
    - Change-Management (Verwaltung von Änderungen)
      -> Wartbarkeit (Redesign-Doku, etc.)
      -> Selbstregelung (sämtlichen Bestandteilen und Aspekten)
        -> Ist-Zustand ermitteln (Umfrage, Recherche, etc.)          
        -> Soll-Zustand ermitteln (Ziele, Bedarf, etc.)
        -> Soll-/Ist-Vergleich + Änderungsstrategie entwerfen
          -> Bsp für Ebenen : organisatorisch, zeitlich, psychisch 
            örtlich, personell, Angriffe (von außen / innen)
        -> Aktion / Änderung des Kommunikationskonzepts
    - Portierbarkeit / Kompatibilität
  - Nutzbarkeit
    - Einfachheit
    - Transparenz /Verfolgbarkeit (Anwender-Dokus, Design-Dokus mit 
      nachvollziehbaren Design-Entscheidungen, offene Designer-Foren, 
      Archive, ...)
    - Konsistenz / Eindeutigkeit / Präzision der Daten
  - Zuverlässigkeit
    - Sicherheit
      - Wiederherstellbarkeit
      - Rechtzeitigkeit
      - Angriffshemmung / Vermeidung von Entartung + Fehlern
        -> Angreifer-Analyse erstellen (besonders wichtig, wenn die 
          entsprechende Kommunikation zunehmende Macht-
          Relevanz hat)
      - Testbarkeit
        - Test-Kriterien (allg. Richtlinien)
        - Test-Szenarien (konkrete denkbare Situationen)
        - Meßverfahren / Grenzwerte
    - Verfügbarkeit (keine Überlastung)
  - Stabilität
    - Konflikt-Management / Konsensbildung / Solidarität
      - menschl. Eigenschaften beachten (siehe Kapitel 1.1.1)
    - Wachstum / Schrumpfung ist kein Problem (siehe "Skalierbarkeit" unter       
        "Flexibilität / Anpassungsfähigkeit")
    - Finanzierung der Kommunikation abgesichert
  - Machbarkeit
 
 
Umgebung / äußere Constraints / Voraussetzungen / Randbedingungen
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- Arten
  -> Zustand vor / nach Aufsetzen der Kommunikation
  -> Zustand des bestehenden polit. Systems (länderspezifisch)
    - Grad der Freiheit / Einflußmöglichkeiten
  -> Zustand der Bevölkerung
    - Stimmung
    - Stand der Vernetzung
  -> Akzeptanz des Kommunikationskonzepts / der Gruppe, die das Konzept 
    einführt
- Umgebung als Requirements-Quelle
  W-Fragen stellen (Wer ? Was ? Wo ? ...)
- Umgebung als Requirements-Ziel
    -> Beteiligung von der Bevölkerung ist absolute Voraussetzung
       (es muß ein Interesse an Basisdemokratie bestehen)
    ...
 
Design-Prozeß (insgesamt +1)
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  - vom Allgemeinen zum Speziellen
  - vom Kleinen zum Großen
  - Doku
    - Versionsmanagement
    - Einfachheit
    - Vollständigkeit
  - konkrete Konzepte :
    - V-Modell
    - Fusion / UML
    - Datenmodell (Entity-Relationship-Modell)
    - Installationskonzept
    - Wartungskonzept (Wie manage ich Änderungen ?)
      - "Configuration Management" bei Änderungen (Trennung nach "Core         
        Requirements" und eher unwichtigen Sachen, damit bei späteren         
        Änderungen der Requirements nicht alles (inklusive Haupt-
        Struktur) umgeworfen werden muß
      - Change-Request-Prozeß
        - Wie erfolgt Anstoß für neuen Design-Zyklus ?
      - Acceptance Test
        - realistische Testszenarios erstellen (Fehler, Angriffe, Dynamik, 
          etc.)
        - Domain Model (Darstellung der Umgebung durch Modelle)
           -> manuelle Prüfung
        - Simulationsprogramm wie bei Sim-City (zu aufwändig + 
          ungenau)
        - Automated Reasoning (künstliche Intelligenz als Hilfe)
          -> zu schwierig (Weil: Die ersten ~1000 Regeln braucht man, um die "Selbstverständlichkeiten" abzu bilden. Das ist unverzichtbar, bringt aber für die Nutzer noch nichts - weil eben selbstverständlich. Eine KI-Komponente sollte also erst in Angriff genommen werden, wenn gesichert ist, dass die Kraft für 2000 Regeln reicht...)
  - Tools für Requirements-Management :
    - DOORS
    - Requisite Pro
    - Cradle